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Arbeit mit Stereotypen
03.01.2012, 18:05

Arbeit mit Stereotypen

Landeskundliches Lernen und Lehren muss sich auf die Lernenden und deren Voraussetzungen einstellen. Das können zum einen lernstufen- und altersabhängige Lernervoraussetzungen sein. Buttjes schlägt zum Beispiel vor, im Anfangsunterricht vor allem das Bewusstsein für sprachlich-kulturelle Differenzen zu entwickeln und erste Eindrucke abweichender kultureller Erfahrungen bei der Begegnung mit dem anderen Sprachsystem zu sammeln. Am Ende der Sekundarstufe I sollen dann die Jugendlichen interessierende sozialkündliche Themen (wie z.B. Adoleszenz, Minoritäten u.a.) auf einem konkreten Kulturhintergrund behandelt werden. In der Sekundarstufe II gehe es dann um berufsorientiertes, handlungsspezifisches landeskundliches Wissen (Buttjes 1989, 117/118).

Lernervoraussetzungen beachten heißt aber auch, das Bild vom Zielsprachenland, das der Lerner (durch eigene Erfahrungen, Medien oder Unterricht vermittelt) im Kopf hat und mitbringt in den Unterricht, ernst zu nehmen:

Die Bilder, die einer vom fremden Land hat, haben oft mehr mit dem eigenen Kopf zu tun als mit der fremden Wirklichkeit... Jeder, der Deutsch lernt, bringt schon Vorstellungen über die Deutschen und die deutsche Sprache in den Unterricht mit, Erfahrungen (z.B. mit deutschen Touristen), Ängste (vor der ‘schweren’ Sprache), Klischees und Vorurteile" (Krumm 1992, 16).

Beispiele für Klischees und Stereotype lassen sich sehr leicht finden, so zum Beispiel im SPIEGEL special 9/1998 in einer kleinen Auswahl von Äußerungen von Schülerinnen und Schülern über Deutschland:

„Der Rhein ist romantisch und Deutschland ist mächtig Die Menschen, die dort wohnen, sind ein bisschen schwerfällig und unberechenbar, immerhin aber fleißig und kultiviert, und Neuschwanstein haben sie auch noch: In den Schulbüchern anderer Länder taucht das Bild der 50jahrigen Republik mitunter in seltsamen Farben auf, und natürlich steckt es so auch in den Köpfen der Jungen. Einstmals. so ist zu hören, hat Hitler überall Bomben geworfen, und heute bauen sie da vortreffliche Autos, sie trinken immerfort Bier - und können doch auch richtig nett sein. SPIEGEL special sah in Lehrbucher und notierte spontane Äußerungen von Schülern und Schülerinnen aus acht Nationen" (S. 212)

Adrian Oliver, 16, Schülerin aus Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina:

„Deutsche trinken viel Bier, tragen Lederhosen und sind meistens blond und blauäugig. das ist zwar ein Stereotyp, aber wohl war. Wenn ich an Deutschland denke, dann denke ich an Adolf Hitler, den Schwarzwald, Schloss Neuschwanstein, BMW, Fu.ball und an die alten Germanen. Und natürlich an Mozartkugeln, aber die sollen recht teuer sein. Deutsche sind hart arbeitende und vielbeschäftigte Menschen, die ihre Meinung unverblümt heraussagen. In den USA gibt es Menschen, die glauben, da. ein Dritter Weltkrieg wieder von Deutschland ausgehen wurde. Das glaube ich aber nicht. Aber ich weiß, da. die Deutschen ein Problem mit Neonazis und Chaos-Tagen haben."

Die Moskauer Schülerin Alexandra Baranowa, 17:

„Die Deutschen schatzen zu sehr Ordnung, Ausgeglichenheit, Gemessenheit ihres Lebens. Darin liegt, wie mir scheint, ihre grundlegende Unzulänglichkeit, weil durch diese Geplantheit seines Lebens der Mensch zum Automaten wird. Er denkt nur noch in Fahrplanen für sein Leben, in Wochen, Monaten, Dekaden, Jahren; daran, wie er alles rechtzeitig schafft, seine Zeitvorgaben einhalt und noch irgendwo eine Reserve behalt für unvorhergesehene Treffen und Vergnügungen. Irgendwann wird selbst einem alten Freund nur noch ein bestimmtes Ma. an zeit zugebilligt.

Die positiven Eigenschaften der Deutschen: Sie sind gut ausgebildet, kultiviert, fröhlich, arbeitsam und freundlich ... Das moderne Deutschland ist ein hochentwickelter kapitalistischer Staat mit einem hohen Lebensstandard. Das Nationalgetränk der Deutschen ist das Bier."

 

Madeleine Philip, 18, Schülerin eines Stockholmer Gymnasiums:

„Die heutigen Deutschen sind nicht dieselben wie vor dem Krieg und wahrend des Krieges. Wir können den Kindern das, was gewesen ist, doch nicht anlasten. Ich glaube, da. Deutschland in Europa nie wieder Schaden anrichten wird. Aber vielleicht bin ich da ein bisschen blauäugig. Mit dem heutigen Deutschland verbinde ich vor allem die Autobahn, auf der ich mit meinen Eltern durchgereist bin, und Fußball, der Weltklasse hat."

 

Natasja Pas, 16 Jahre, Schülerin an der Europaschule im niederländischen Bergen:

„Ich bin regelmäßig in Deutschland und finde, da. es ein schönes Land ist. Die Menschen sind freundlich. Aber die deutschen Touristen! Die sprechen immer nur ihre eigene Sprache. Wenn wir im Ausland sind, bemühen wir uns doch auch, die Sprache dort zu sprechen. Was die Deutschen im Krieg getan haben, das ist vorbei. Sie schämen sich ja immer noch, obwohl die jungen Leute nichts mehr damit zu tun hatten. Aber viele Niederländer mögen die Deutschen auch heute noch nicht. Wenn niederländische Jugendliche negativ über die Deutschen sprechen, dann plappern die nur alles nach, ohne nachzudenken. Zum Beispiel bei uns hier in Bergen, wo es viele Touristen gibt, sagen immer wieder welche: „Ach, was wollen denn die Moffen hier? Sie sollen abhauen nach Mofrika!" Auch an unserer Schule gibt es Rassismus - und nicht nur gegen Deutsche. ..."

 

Mark Malpeli, 14, Schuler in London:

„Deutschland ist berühmt für seine guten Wagen wie BMW, Mercedes, Audi, Volkswagen und Porsche. Die Firma Bosch ist berühmt für Kühlschränke und Tiefkühler, Waschmaschinen, Geschirrspulmaschinen, elektrische Bohrer und Schraubenzieher. man darf auch deutsche Wurste nicht vergessen. Die Frankfurter haben ihren Namen von der Stadt Frankfurt erhalten, glaube ich jedenfalls. Wenn das Wetter hei. ist, dürfen die Kinder die Schule früher verlassen. Das gibt es in England nicht. Als Adolf Hitler Deutschlands Führer war, wurde das Land zum Grund für den Zweiten Weltkrieg. Er hat beinahe jedes Land in Europa und auf den anderen Kontinenten bombardiert."

 

Oberschuler Kurodo Shibata, 15, aus Tokio:

„Deutschland wurde im Krieg besiegt. In diesem Krieg mu.ten viele Menschen schwer leiden. das Schicksal von Anne Frank, die vom Hitler-Regime umgebracht wurde, hat mich besonders beeindruckt. In Deutschland wurden die Juden seit alten Zeiten benachteiligt. Deutschland ist vor allem als Industrieland bedeutend. Deutsche Politiker kenne ich nicht. Auf deutschen Autobahnen gibt es kein Tempolimit. Bisher war Japans Industrie der deutschen überlegen, jetzt ist die deutsche Industrie starker als unsere. Die Deutschen haben einen riesigen Körper und sind elegant."

 

Elodie Sery, Schülerin am Pariser „Lycee Fenelon":

„Ich war noch nie in Deutschland, aber ich kenne Deutsche aus dem Urlaub in Frankreich, und ich lerne Deutsch. Die Deutschen sind fleißig, sauber, pünktlich. Die Alten sind immer ernst und steif, aber die Jungen feiern genauso verrückt wie wir. ... Die Deutschen sind gute Nachbarn der Franzosen, trotz der Kriege. Sie hatten sicher die Möglichkeit, als größte Wirtschaftsmacht Europa zu dominieren, aber nur die Ältesten bei uns befürchten das.

Wir respektieren sie, aber wir lieben sie nicht - von privaten Liebesaffären mal abgesehen. Beim letzten Eurovisions-Festival haben wir fürchterlich über das Ideal der Deutschen gelacht: einen quiekenden Fettwanst. Die Deutschen kommen jedes Jahr zu Millionen zu uns, klar, sie wollen ja auch einmal gut essen, guten Wein trinken und feiern. Vor der Heimkehr sagen sie, sie mochten immer in Frankreich leben und kehren deprimiert zurück: Arbeiten, Geld verdienen."

(Spiegel special 9/1998, 212 - 216)

 

Solche Klischees und Stereotype aufzunehmen, von ihnen auszugehen und mit ihnen zu arbeiten - das ist ein wichtiges Anliegen einer lernerorientierten interkulturellen Landeskunde. Dabei sind Stereotype durchaus nicht nur negativ, sondern sehr ambivalent zu sehen.

Категория: Landeskunde/ Страноведение | Добавил: mistelena | Теги: Deutschland, Leseverstehen, Lesetext, Stereotype, Landeskunde
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